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KOMMENTAR: Die Frauenquote ist ein Menschenrechtsverstoß
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30.12.2014, 19:11 Read more...

KOMMENTAR: Zur Berichterstattung anlässlich des Todes von Rev. San Myung Moon
Es ist mittlerweile journalistischer Standard geworden, relativ unkritisch und unsachlich mit dem Sektenbegriff umzugehen. Jüngstes Beispiel ist die Berichterstattung anlässlich des Todes von Rev. San Myung Moon, dem Gründer der Vereinigungskirche.

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AUFTRÄGE STATT MENSCHENRECHTE?
Als Hu Jintao, der chinesische Staatschef am 30.Oktober mit einer zweihundert Mann Delegation in Schwechat einflog, rollte man den roten Teppich aus. Am Tag danach beim Treffen mit den Regierungsspitzen wurde er durch ein riesiges Sicherheitsaufgebot sogar davor "beschützt", sich tibetische Flaggen ansehen zu müssenoder Schreie der friedlich demonstrierenden TibeterInnen, Falung Gong Mitglieder und anderer Aktivisten anzuhören. Diese wurden von der Polizei auf "Sicherheitsdistanz" - weit weg vom Parlament und der Hofburg, vor das Cafe Landmann und das Burgtheater ausgelagert.

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"Der ignorierte Exodus" FOREF Kommentar
Europäische Reaktionen auf die Anschläge in Alexandria und das tragische Schicksal der Christen im Nahen- & Mittleren Osten. Ein Kommentar von Thomas Schönberger

18.01.2011, 21:39 Read more...

Wer braucht die Bundesstelle für Sektenfragen?
Seit 1998 gibt es die Bundesstelle für Sektenfragen mit Sitz in Wien. Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, Informationen über so genannte Sekten zu sammeln, zu dokumentieren und weiter zu leiten. Welcher Natur diese Informationen sind, ist unbekannt. Sind es öffentlich zugängliche Informationen aus den Medien, Berichte von so genannten Aussteigern oder Informationen von den so genannten Sekten selbst?

20.11.2010, 00:35 Read more...


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Die Tiroler Hutterer

 

Die Tiroler Hutterer

Eine dunkles Kapitel religiöser Intoleranz – aber auch eine Chance
der Auseinandersetzung mit religiösen Minderheiten in Tirol


Die Tiroler Hutterer

Die Hutterer gehörten zur religiösen Bewegung der Täufer. Ihr Name geht auf den Vorsteher der Gemeinde, den Pustertaler Jakob Hutter zurück, der 1536 vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Dadurch hofften die weltlichen und geistlichen Obrigkeiten, der Täuferbewegung einen entscheidenden Schlag versetzen zu können. Doch der Sieg der Obrigkeiten war nur von kurzer Dauer. Die Täufer gewannen in Tirol weiterhin viele Anhänger, die aufgrund der harten Verfolgung im Land sukzessive nach Mähren ausgesiedelt wurden. Dort konnten sich unter toleranteren Grundherren Gemeinden bilden, deren Nachkommen heute noch als Hutterer in Kanada und in den USA siedeln. Sie leben entsprechend alter Traditionen und Ordnungen in Gütergemeinschaft, praktizieren die Glaubenstaufe, propagieren Pazifismus und Wehrlosigkeit und sprechen einen kärntnerisch-tirolerischen Dialekt, der sich immer stärker mit englischen Begriffen durchmischt.

Die Hutterer können auf eine lange und weite Reise zurückblicken. 1621/22 mussten sie Mähren verlassen; Siebenbürgen (heute Rumänien) und Oberungarn (heute Slowakei) wurden die neuen Siedlungsgebiete. Hier hielten sie sich trotz zunehmender Identitätsprobleme (Gütergemeinschaft und Erwachsenentaufe wurden allmählich aufgegeben) bis ins 18. Jahrhundert.

In Siebenbürgen schlossen sich den Hutterern in den 1750er Jahren Kryptoprotestanten aus Kärnten an, die unter Maria Theresia ihre Heimat hatten verlassen müssen. Unter dem Druck harter Maßnahmen zur Rekatholisierung, die nun auch in Siebenbürgen begannen, zogen die „personell erneuerten“ Hutterer 1767 über die Karpaten in die Walachei, dann in die nördliche und schließlich in die südliche Ukraine. Gütergemeinschaft und Erwachsenentaufe wurden wieder eingeführt und 1874 begann der Aufbruch zur bisher letzten Station ihrer Reise, in die USA und nach Kanada.

Heutzutage wohnen über 42.000 Hutterer in den USA und in Kanada auf großen Höfen („colonies“) mit bis zu 100 Bewohnern. Die Gemeinde lebt ohne Verfolgung, jedoch in der „inneren“ Spannung zwischen alten Traditionen und einem erneuerten lebendigen Glauben. Der zunehmende Druck durch die englische Sprache sorgt immer wieder für Diskussionen über den Erhalt der alten „deutschen“ Kultur.

Was bedeutet das Thema für die Jugendarbeit?

Die Geschichte der Hutterer ist ein dunkles Kapitel der Tiroler Landesgeschichte. An ihr können viele Mechanismen religiöser Intoleranz und Ausgrenzung studiert werden. Die Suche nach den Ursachen religiöser Desintegration ist ebenso wenig abgeschlossen wie die Diskussion über den Umgang mit alternativen bzw. neuartigen Formen von Religiosität und Spiritualität. Eine aktuelle Auseinandersetzung zum Thema religiöse Ausgrenzung Einst und Jetzt bietet die Möglichkeit, die Vergangenheit zu reflektieren und Optionen für die Zukunft zu erarbeiten. Nach unseren Beobachtungen besteht die Herausforderung darin, das Problem von Annäherung und Differenz, gerade in religiösen Fragen, offener und entspannter zu diskutieren. Zugleich nehmen auch im pädagogischen Kontext Begriffe wie Religionsfreiheit, Toleranz und Integration an Bedeutung zu.

Ein Blick in die Zukunft


Die Aufarbeitung zum Umgang mit Minderheiten in der Tiroler Landesgeschichte steht erst am Anfang. Für das Jahr 2006 sind verschiedene Veranstaltungen zur Geschichte der Hutterer geplant, unter anderem eine Ausstellung, ein Symposium, ein Buch und Filmabende mit Diskussionen.
 


Rückfragen an:

Dr. Astrid von Schlachta, Internationales Graduiertenkolleg "Politische Kommunikation" Institut für Geschichte, Universität Innsbruck, Christoph-Probst-Platz, 6020 Innsbruck, Tel.: 0676/3327310

Dr. Peter Schulte, kult & co tirol, Michael Gaismair Str. 1, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/ 5082996, www.kult-co-tirol.at 

Offizielle Internetadresse der Hutterer: www.hutterites.org/hutter.htm 

Literaturempfehlung:
Werner O. Packull , Die Hutterer in Tirol, Frühes Täufertum in der Schweiz, Tirol und Mähren, Verlag Wagner Innsbruck, 2000, ISBN: 3-7030-0351-0 (kann bei kult & co tirol eingesehen bzw. ausgeliehen werden).

Erschienen im "z.B.", zum Beispiel Nr. 6, Dezember 2005. Beiträge zur Jugendarbeit in Südtirol und Tirol.

Wir greifen Themen auf, die aus unserer Sicht auf dem religiösen/weltanschaulichen Markt diskutiert werden. Die versendeten Artikel müssen nicht die Ansicht unserer Einrichtung wiedergeben. Vielmehr sind sie Teil eines größeren Meinungsspektrums.



kult & co tirol
Sekten - Kulte - Religionen
Dipl.-Soz. Dr. Peter Schulte

Michael-Gaismair-Str. 1
6020 Innsbruck

Tel.: 0512/ 508-2997

Email: p.schulte@tirol.gv.at 
Internet: www.kult-co-tirol.at 


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