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KOMMENTAR: Zur Berichterstattung anlässlich des Todes von Rev. San Myung Moon
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KOMMENTAR: Zur Berichterstattung anlässlich des Todes von Rev. San Myung Moon

KOMMENTAR:
Zur Berichterstattung
anlässlich des Todes von Rev. San Myung Moon


von Dr. Peter Schulte*



Es ist mittlerweile journalistischer Standard geworden, relativ unkritisch  und unsachlich mit dem Sektenbegriff umzugehen. Jüngstes Beispiel ist die Berichterstattung anlässlich des Todes von Rev. San Myung Moon, dem Gründer der Vereinigungskirche (heute: Föderation für den Weltfrieden). Obwohl diese Bewegung mittlerweile schon über 50 Jahre aktiv und in vielen Ländern der Welt präsent ist, werden ihre Religiosität und ihre Kernbotschaften von den Medien einzig und allein auf den Begriff der “Sekte” reduziert. Die Signalwirkung und die damit verbundenen Handlungen sind eindeutig: totalitärer Führerkult, Abhängigkeiten, Unterwerfungsrituale, Gehirnwäsche. Der Begriff “Sekte” ist mittlerweile zum Inbegriff einer alles umfassenden Beschreibung von Neuen Religiösen Bewegungen geworden - und sagt dennoch nichts über sie aus.

In der Antike galten “Sekten” als besondere religiöse oder philosopische Schulen und Parteien. In der Bibel wird Jesus als Sektierer beschrieben, als “Unruhestifter bei allen Juden der Welt und ein Rädelsführer der Nazaränersekte” (Apostelgeschichte 24, 1-6). Im Mittelalter waren es die “Bewegungen von unten”, sogenannte christliche Laienbewegungen, welche die damalige Allianz der Amtskirche mit der Politik nicht akzeptierte und eine Rückbesinnung auf die Lehren der Urkirche forderten: zu leben wie die Apostel, in der Welt zu predigen und den Menschen ein gutes Vorbild zu sein. Bekannte Beispiele sind die Katharer, Waldenser oder auch die Hutterer. Ihre Stigmatierung als “Sekte” seitens der weltlichen und kirchlichen Obrigkeit besiegelte ihr Schicksal.

Seit den 1970 Jahren erleben wir eine Renaissance des Sektenbegriffs, der sich überwiegend auf Neue Religiöse Bewegungen bezieht. Insbesondere die Großkirchen warnten im erheblichen Maße vor den Eintritt in die “Jugendsekten”, wie sie damals noch genannt wurden. Im großen Stil verbreiteten sie schwer zu überprüfende Behauptungen und rechtfertigten ihre Maßnahmen dadurch, indem sie sogenannte Aussteiger als Beweis anführten. Wie viele oder auch wie wenig es bis heute waren oder sind, weiß niemand. Einer Auseinandersetzung mit Neuen Religiösen Bewegungen begegneten sie mit Polemik und omnipotenten Allmachtsphantasien, denn es durfte nur eine Kirche und eine Wahrheit geben,  nämlich ihre eigene.

Einem religiösen Pluralismus, wie er im Jahr 2012 besteht, noch mit der “Sektenkeule” und der Unterstellung eines Irrglaubens zu begegen, ist weltfremd und anmaßend. Hier werden moderne Errungenschaften - wie Aufklärung und Religionsfreiheit - sowie eine damit zusammenhängende religiöse und weltanschauliche Selbstbestimmung negiert. Dass dabei ständing die religiösen Gefühle von Menschen verletzt werden, darüber schreibt keine Zeitung.  

*Dr. Peter Schulte ist Soziologe, Buchautor und ehemaliger Beauftragter der Tiroler Landesregierung zu religiösen und weltanschaulichen Fragen


TV - Interview (Dr. Schulte): "Religiöse Minderheiten im Schußfeld von Staat und Gesellschaft"


Weitere Informationen und Analysen von Peter Schulte finden Sie unter: http://projekt-consulting.com/texte-materialien/neue-religiöse-bewegungen/

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